Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Geistliches Wort zum Monatsspruch für den Oktober

Geistliches Wort zum Monatsspruch für den Oktober


# Monatsandacht
Datum der Veröffentlichung Veröffentlicht am Dienstag, 5. Oktober 2021, 00:00 Uhr
Geistliches Wort zum Monatsspruch für den Oktober

„…und lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken …“ (Hebräer 10,24)

Stellt man die Bedrängnis der römischen Gemeinde in Rechnung, an die der Hebräerbrief zuerst adressiert war – etwa zur Zeit der ersten Christenverfolgung unter Kaiser Nero – so hört sich der Monatsspruch und sein näherer Kontext wie eine beschwörende Kabinenansprache in der Halbzeitpause an. Man redet sich stark, versucht Kräfte zu mobilisieren und stimmt Taktik und Zielstellung aufeinander ab. Aufeinander achtgeben und sich anspornen – das sind Grundlagen eines jeden gelingenden Mannschaftsspieles. Mit diesen Tugenden haben die ersten Christen alle Bedrängnis überlebt und sind zu Gemeinde herangewachsen, aus denen sich die Weltkirche bilden konnte. Ein Erfolgskonzept.

Aufeinander acht zu geben und sich anzuspornen, setzt aber auch eine Beziehung des Miteinanders voraus, wie sie möglicherweise nur unter den Bedingungen von Verfolgung und Totalitarismus gedeihen kann, sei sie nun trickreich sanft oder obszön brutal. Wenn totale Ideologien auf den einzelnen totalen Anspruch erheben und ihm die Freiheit rauben, wachsen Beziehungen und Tugenden zu neuer Qualität. In den Nischen, in den Katakomben, im Untergrund, in der Minderheit entwickeln sich Überlebenstugenden und Überlebensgemeinschaften des Glaubens, die sich nur dort entwickeln können.
Dass unter solchen Widerfahrnissen die Kirche und ihre Gemeinden zu allen Zeiten Kraft nach Innen und Glaubwürdigkeit nach Außen gewonnen haben, sollte uns tief zu denken geben und unser Tun und Lassen als Kirche eines kritischen Blicks unterziehen lassen.

Pfr. Dr. Uwe Weise