Sonntag, 14. April 2019, 17:00 Uhr

Das Oratorium „Die letzten Dinge“ (opus 61) von Louis Spohr steht

im Mittelpunkt des Passionskonzerts in der Oberkirche am Sonntag, dem

14. April 2019 um 17 Uhr. Dazu einige Fragen an

Kirchenmusiker Peter Wingrich:

Zum Passionskonzert am Palmsonntag erklingt diesmal in der

Oberkirche St. Nikolai u.a. das Oratorium „Die letzten Dinge“ von

Louis Spohr. Ein Komponist, dessen Name man in

Konzertprogrammen selten findet. Wie sind Sie auf seine Musik

aufmerksam geworden?

P.W.: Louis Spohr ist uns bisher durch seine Musik für die Geige, vor allem

auch als Unterrichtsliteratur, bekannt. Aber auch ihm gilt, wie einigen

Komponisten des 19. Jahrhunderts, eine gewisse Renaissance, so dass auch

andere Werke wieder ins Blickfeld geraten und wie dieses Oratorium neu

herausgegeben werden. Ich bin durch einen kleinen Chorsatz darauf

aufmerksam geworden. Den schönen Chor „Selig sind die Toten“ kann man,

wie anderes auch, losgelöst vom Oratorium singen. Mich interessierte dann

aber auch das ganze Werk. Unser Ökumenischer Oratorienchor Cottbus hat

in letzter Zeit neben den bekannten großen Chorwerken auch unbekanntere

Stücke gesungen. Die Sängerinnen und Sänger haben Freude daran, Neues

zu entdecken und einzustudieren. Schöne Konzerte in den letzten Jahren und

der Anklang beim Publikum zum Beispiel bei der Aufführung des „Miserere“

von Johann Adolph Hasse, der „Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini und

des „Gloria“ von John Rutter haben uns in dem Entschluss bestärkt, auch

dieses Jahr wieder Neuland zu betreten.

Wie würden Sie das Hörerlebnis bei dieser Musik beschreiben?

P.W.: Die Musik ist stilistisch ganz der romantischen Klangwelt der ersten

Hälfte des 19. Jahrhunderts verpflichtet. Es war nach dem Höhepunkt der

Oratorienkomposition bei G. F. Händel und J. Haydn ein entscheidender

Beitrag zur Herausbildung des neuen romantischen Oratorienstils. Klanglich

lässt es sich mit Musik von Friedrich Mendelssohn Bartholdy oder anderer

Komponisten dieser Zeit wie Robert Schumann und Carl Maria von Weber

vergleichen. Ungewöhnlich, aber sehr reizvoll ist die Verwendung zweier

längerer sinfonischer Sätze als Ouvertüren zu beiden Teilen des Oratoriums.

Cottbus, 03.04.2019

Was bedeutet der ungewöhnliche Titel?

Inhaltlich beschäftigt sich das Werk, wie der Titel ja andeutet, mit den

schwierigen Themen vom Ende des Lebens und der Welt, im christlichen

Glauben mit dem Jüngsten Gericht. Hauptsächliche Textquelle ist das letzte

Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes. Daneben stehen einige Texte

aus dem Alten Testament. Es beschreibt also nicht die Leidensgeschichte

Jesu wie zum Beispiel die Passionen von Johann Sebastian Bach, ist aber

voller tiefer und weitreichender Gedanken zum Thema Tod, Sterben und

Weltgericht, die in der Betrachtung des Passionsgeschehens und der

Geschehnisse am Karfreitag eine zentrale Rolle spielen. So fand auch die

Uraufführung des Oratoriums in Kassel am Karfreitag des Jahres 1826 statt.

Vielen Dank!

Es musizieren der Ökumenische Oratorienchor Cottbus und die Philharmonie

Zielona Góra unter der Leitung von Kirchenmusiker Peter Wingrich. Solisten

sind Cornelia Zink (Sopran), Kerstin Domrös (Alt), Robert Sellier (Tenor) und

Ingo Witzke (Bass) sowie Dietmar Schone (Orgel).

Mitwirkende
Leitung: Peter Wingrich
Ort
Oberkirchpl. 12, 03046 Cottbus, Deutschland
Preis
14,-/erm. 10,-