Herzlich Willkommen in der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai.

Sie finden uns in der Oberkirche in Cottbus sowie in den umliegenden Dörfern Branitz, Dissenchen und Merzdorf.
Lassen Sie sich einladen zu unseren Veranstaltungen und Gemeindekreisen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Oberkirche St. Nikolai
Oberkirchplatz 12
03046 Cottbus

Öffnungszeiten:

April bis Oktober: täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr
November bis März: täglich von 11:00 bis 16:00 Uhr
 

Monatsspruch November 2019:

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Hiob 19,25

Als Kind bin ich in meiner Heimatstadt oft einen Weg mit meinem Großvater gegangen, vorbei an einem christlichen Krankenhaus. An der Leichenhalle über dem säulenbewehrten Portal stand dieser Spruch: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ – ohne Stellenangabe. Irgendwann lass mir mein Großvater auf meine Frage dieses Wort vor. Er kannte es natürlich und zu Lebzeiten hat er dessen Bedeutung selbst erfahren. Er hatte zwei Kriege überlebt und andere Zumutung im Leben mehr. Auf meine Frage, was das bedeute und wer der Erlöser sei; antwortete er nicht mit dem erwartbaren Satz „Das verstehst du noch nicht!“; er sagte: „Gott schlägt und tröstet und am Ende sind wir bei ihm zuhause.“

Was mich an diesem Glauben, an dieser tiefen Gewissheit bis heute beeindruckt, ist die Einsicht, dass wir alles, alles, alles von Gott empfangen, das Schwere und das Leichte; die Zumutungen und die Ermutigung, die Tränen und das Lachen.

Hiob, aus dessen Mund wir dieses Wort haben, ist gottesfürchtig und gotteszornig zu gleich; er vertraut ihm und fordert ihn heraus; er begehrt auf und findet Demut. Hiob ist zu einem Symbol geworden, dass wir im Glauben alles dürfen, wenn wir es auf Gott beziehen, es nichts Unfrommes gibt, wenn wir es mit Gott in Beziehung setzten. Kurz vor unserem Wort sagt Hiob „… die Hand Gottes hat mich getroffen!“ (Hi 19,21b) und genau dieser Gott ist auch sein Erlöser.

Einen so lebenstüchtigen Glauben müssen wir erst wieder lernen; der liebe Gott ist eben auch der Gott, der uns mit jeder Faser unseres Lebens beansprucht. Nicht mehr und nicht weniger. Aber nur darin erkennen wir, dass er uns auch erlöst. Denn sonst wäre unsere Hoffnung ganz und gar leer.

Pfarrer Dr. Uwe Weise