Herzlich Willkommen in der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai.

Sie finden uns in der Oberkirche in Cottbus sowie in den umliegenden Dörfern Branitz, Dissenchen und Merzdorf.
Lassen Sie sich einladen zu unseren Veranstaltungen und Gemeindekreisen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Gedanken zum Monatsspruch für März 2019

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.“ (1. Samuel 7,3)

Wofür schlägt mein Herz? Martin Luther hat klassisch erklärt: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“ Woran hängt mein Herz? Was fällt mir auf diese Frage als erstes ein? Gott nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich denke an liebe Menschen, Lebensinhalte, prägende Erfahrungen. Hängt mein Herz an ihnen, bin ich abhängig? Oder schätze ich das, was mir spontan einfällt, weil ich dankbar dafür bin, womit Gott mein Leben trägt und füllt? Diese vom Monatsspruch für März 2019 inspirierten Fragen finde ich produktiv. In der beginnenden Passionszeit werde ich angeregt, schädliche Abhängigkeiten zu erkennen und mich neu für die Freiheit zu öffnen, die Gott schenkt. „Wer vor Gott kniet, kann vor Menschen aufrecht stehen.“ (Willy Meurer) Gott dienen, ihm allein, ist eine Abhängigkeit, die mich aufrichtet. In ihr finde ich, wie Gott mich gedacht hat und wozu er mich beruft – unabhängig davon, was andere von mir erwarten und was ich an mir selbst nicht leiden kann. Gott allein dienen – dahinter bleibe ich zurück. Das ist nicht gut, spüre ich. Wenn mich anderes treibt, werde ich ungeduldig und lieblos. Wenn ich Gott dienen will, merke ich, wie ich längst von Seiner Güte lebe und ER mir dient. Das richtet auf und macht frei, anderen so zu dienen, wie wir es von Gott erfahren.

Superintendentin Ulrike Menzel

 

Die Jahreslosung für das Jahr 2019:

"Suche Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34, 15)

Suchen und nachjagen - Worte voller Kraft und Leben. Anstrengend auch. Zuversicht braucht es und eine Portion Sicherheit und Vertrauen, dieses suchen und nachjagen. Bewegend ist Suchen und Nachjagen, denn es muß getan werden, braucht Einsatz.

Frieden braucht den ganzen Einsatz, ist Arbeit.

"Schalom" bedeutet "Frieden" und zugleich "vollkommen", ganz und gar" und auch "heil sein" und "wohlbehalten". Da heißt es immer wieder ganz und gar dranbleiben, damit alles wohlbehalten sein kann. GOTT segne es.

Pfarrerin Johanna Melchior

 

Gedanken zum Antependium am Hochaltar der Oberkirche

 

Am Hochaltar der Oberkirche stehen die Besucher vor seiner gewaltigen Bildsprache, die aus dem Glaubensbekenntnis erwächst. Leben, aus dem Tod auferstanden, steht groß im Mittelpunkt und zieht den Blick auf sich. Der Altar "spricht", erzählt von Hoffnung und GOTT-Vertrauen.

 

Am Altar ist ebenfalls das Antependium zu sehen - und wirkt mit seiner großen und tiefen Aussage. Entstanden in der Nachkriegszeit der 50-ger Jahre geht es auf "zwei Schwestern" zurück. Nähere Umstände liegen noch im Dunkel, Klärungen werden gesucht.

Was sieht der Betrachtende?

Versteckt, unsichtbar und doch deutlich erkennbar begegnet das Entsetzen angesichts des millionenfachen Mordes an Israel in der Nazizeit. Aufgewacht aus jahrhundertelanger ausgrenzender, erniedrigender Haltung gegen Juden wird in das weiße Tuch die neu erwachsende Erkenntnis eingewoben und die Besinnung auf den Ursprung erkennbar. Kirche ist auf das engste mit Israel verbunden. Das Christussymbol des CHIRHO steht auf dem Grund des Davidsternes. So wird das mit - und ineinander der beiden "Glaubensweisen" (Martin Buber) angedeutet.

An den Rändern "fliegen" Schmetterlinge. Sie gelten seit Jahrhunderten als Zeichen der Auferstehung und der damit verbunden gedachten "Verwandlung". So schlagen diese Schmetterlinge den Bogen zur Auferstehungsaussage des Hochaltars. Zugleich aber geben sie der Hoffnung Ausdruck und stehen für den Wunsch nach einem neuen Verstehen, nach einem neuen Verhältnis zu Israel.

Viel Geschichte, viel Hoffnung, viel Auferstehung ist eingewebt in dieses Stück Tuch, das in Ehren ergraut ist. Besucher der Kirche begegnen seinen Gedanken, die Gottesdienstgemeinde wird von diesem besonderen Antependium durch das Kirchenjahr begleitet.

Dankbar lebt und erlebt die Gemeinde St. Nikolai heute die Nachbarschaft mit der Jüdischen Gemeinde.

Pfarrerin Johanna Melchior