Monatsandacht für den April

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# Monatsandacht

Monatsandacht für den April

Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? (Lukas 24,32)

Studentische Kirchenbesichtigung hieß für uns in den frühen Achtzigern: im Umkreis des Wohnheims werden in den verschiedenen Kirchen die - damals noch überwiegend - Pfarrer „getestet“. Ziemlich bald entwickeln sich Vorlieben für Kirche und dortige(n) Prediger. Für Studenten ist das noch lange nicht gleichzusetzen mit regelmäßigem Besuch! Bis dann, unvergessen bis heute, in einer Predigt der fragende Satz fällt: „Ich verstehe nicht, wie Menschen ohne das Wort G´ttes leben können“. Das hat gesessen! “ Brannte nicht mein Herz“? Getroffen ist es jedenfalls, und der Kirchgang gehört fortan zum Sonntagmorgen. Zumindest dann, wenn dieser eine Pfarrer predigt.

Immer wieder erleben wir Momente, die sich einbrennen in unser Gedächtnis und eben auch in unser Herz. Mit „Brennen“ verbinden wir viel, manches gut und so manches auch schmerzhaft: brennende Liebe gehört dazu. Auch wir selbst, wenn wir für etwas „brennen“, weil wir begeistert sind und uns dafür einsetzen wollen und werden.

Lukas erzählt von den „Emmausjüngern“:

Am ersten Tag der Woche machen sich zwei Jünger auf den Heimweg. Hinter ihnen, drei Tage zurück, liegt das Grauen der Hinrichtung Jesu. Mit ihm ist alle Hoffnung begraben. Die beiden gehen heim, im Austausch ihrer Gedanken und Gefühle suchen sie Trost. Da gesellt sich ein Fremder zu ihnen. Zu dritt reden sie über Vergangenes, über gestorbene und begrabene Hoffnung, über Enttäuschung und auch, natürlich auch über die Schrift. Dieser Fremde ist so nahe, sein Umgang mit G´ttes Wort und seine eigenen Worte. Als hätten sie all das schon erlebt. Dieser Fremde ist eigentlich nicht fremd, sondern ganz vertraut. Sie gehen miteinander, finden Ruhe in ihrem Schmerz. Abends vor der Nacht, die dunkle Gedanken bedeuten kann, bitten sie den Fremden zu bleiben. Beim Brotbrechen – da erkennen sie - wie nahe Jesus ihnen ist. Es hat gebraucht, das zu erkennen! Aber dann …

Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?

Das Herz mag brennen. G´ttes Wort brennt, aber verzehrt nicht. Davon kündet der Dornbusch, an dem Mose seine Begegnung hat, die seinem Leben eine neu Richtung weist.

Das Herz mag brennen. Begegnungen mit G´ttes Wort weisen neue Wege. Die Schrift öffnet neue Richtungen für Gedanken, Worte und Taten. Ohne G´ttes Wort – mir würde viel fehlen.

Pfarrerin Johanna Melchior

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